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"Wenn die Befürworter der Atomenergie eine senkrechte Wand sind, wollen wir uns grenzenlos waagrecht ausbreiten."

(Ruiko Muto aus Fukushima am 19.09. bei der Demonstration mit 60.000 Menschen in Tokyo)

Projekt zur Wächterschaft von Atommüll

Nach dem schrecklichen Unfall im Atomkraftwerk Fukushima, dessen Ausmaß und Folgen wir aufgrund von mangelnden und verschleiernden Informationen nur erahnen konnten, trafen sich Gabriele Kaupp, Gunter und Barbara spontan um Gedanken und Gefühle auszutauschen. Wir packten die von Joanna und Fran Macy in den USA 1992 entwickelte Dia-Show – ein Wächterprojekt für atomaren Müll („Nuclear Guardianship Project“)– wieder aus und gingen an die Arbeit:

  1. Atomindustrie und Regierung haben im Umgang mit dieser lebensgefährlichen Energie und dem Atomabfall vollständig versagt – vergraben und vergessen machen ist deren einziger „Lösungsansatz“ – bei einer Strahlungshalbwertszeit von 24.000 Jahren bei Plutonium. 
  1. Es muss eine Form der Lagerung des Atommülls und der abgebauten Atomkraftwerke gefunden werden, die eine ständige sorgfältige Überwachung möglich macht. Dies ist nur oberirdisch bzw. auf „Tiefgaragenniveau“ mit gutem Zugang möglich.
  1. Es muss sichergestellt werden, dass das Wissen über die Standorte über diesen für ein Menschenleben unüberschaubar langen Zeitraum verfügbar bleibt. 

Zu a. Die Bürgerinnen und Bürger müssen die Art der Lagerung und deren Überwachung selbst in die Hand nehmen, d.h. eigenverantwortlich vor Ort die „Wächterschaft“ mit vorangegangener umfassender technischer und geistig-ethischer Schulung leisten. Dafür sind gemeinnützige Organisationen wie Genossenschaften o.ä. zu gründen.

Zu b. Wir überlegten, wie müssen die Lagerungsorte beschaffen sein, um über mindestens 1.000 Generationen im Bewusstsein zu bleiben – gute Zugänglichkeit unabdingbar? Der Atommüll soll möglichst an den Standorten der heutigen Atomkraftwerke gelagert werden, um Transporte so weit wie möglich zu vermeiden. Dabei gilt es alle technischen Möglichkeiten zu nutzen und Innovationen zu subventionieren, um den Austritt von Radioaktivität in alle Lebensbereiche so weit wie möglich zu verhindern bzw. sofort Gegenmaßnahmen einleiten zu können. 

Zu c. Es sind bis heute Kultplätze, heilige Orte - z.B. die Berge Kailash im Himalaya oder der Uluru in Australien und Bauwerke wie z.B. Pyramiden, Paläste, alte Moscheen und Kirchen, deren Existenz bewusst geblieben ist und bis heute erhalten wird.

Unser Konzept zur Bewachung von Atommüll finden Sie: hier

Die ethischen Grundsätze  zu dem Konzept haben wir mit Einverständnis von Joanna Macy von ihrer Website übernommen und übersetzt.

Die freigesetzte Energie der Kernspaltung übersteigt bei weitem die menschliche Fähigkeit, diese lebenszerstörende Kraft zu beherrschen oder gar wieder unschädlich zu machen. Es ist deshalb neben technischen Lösungen notwendig, geistige und psychische Kräfte zu entwickeln und zu schulen, um der Aufgabe gewachsen zu sein, das Bewusstsein und das Wissen um die Gefahr lebendig zu halten. Dies beinhaltet vor allem eine spirituelle Schulung, deren Fühlen, Denken und Handeln eine starke innere Kraft erzeugen kann, um die Energie immer wieder zu erneuern, die notwendig ist, um die Wächterschaft über 1.000 Generationen und mehr aufrecht zu erhalten. Von indigenen Kulturen können wir lernen wie durch Rituale und andere Formen der Gemeinschaft Wissen bewahrt und an folgende Generationen weitergegeben werden kann. 
Die „alte Dia-Show“ der 1990er Jahre wurde zu einer Power Point Präsentation aktualisiert, um Fakten und Auswirkungen erweitert und in eine neue Form gebracht, die dem tiefenökologischen Entwicklungskonzept zur Einstellungs- und Bewusstseinsveränderung – Joanna Macy spricht von „The Work That Reconnects“ bis hin zur politischen Handlungsfähigkeit entspricht:

Dieses Konzept beinhaltet den Ausdruck von:
-          Dankbarkeit für die Schöpfung und das Wunder des Lebens
-          Schmerz und Trauer um die bedrohte und sterbende Mitwelt
-          Neue Einstellungen, Sichtweisen, Konzepte und Paradigmen und deren Integration in unsere Alltagswelt („mit neuen Augen sehen“)
-          Entwicklung von praktischen und politischen Handlungsalternativen, die das Projekt zur Bewachung von Atommüll und die damit verbundene                  Utopie von der „Hüte/rschaft des giftigen Feuers“ vorantreiben.

Der Power Point Präsentation ist eine Praeambel vorangestellt, die unsere Intention und Vision für das Bewachungskonzept verdeutlicht und hier in Auszügen wiedergegeben ist.

Die ganze Rede von Ruiko Muto, gehalten bei der Demonstration von 60.000 Menschen am 19. September 2011 in Tokyo finden sie: hier

Zum Thema "Abgereichertes Uran" (Depleted Uranium), auf das wir in der Power Point Präsentation eingehen finden sich mehr Informationen im Netz:
auf deutsch
von Rosalie Bertell in english

Wir freuen uns, unser Konezpt, verbunden mit der Power Point Präsentation vorzustellen und mit ihnen zu diskutieren. Laden Sie uns ein!

Hoffnung ist nicht das,
was wir in Beweisen finden.
Sie ist das, was wir werden,
wenn wir handeln."
(Motto "Small Planet Institute)